Lettland, Nationalpark Kemeri
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Nationalpark Kemeri – Unberührte Schönheit Lettlands

Lettland Kemeri Nationalpark kleiner See

Der Nationalpark Kemeri ist neben dem Gauja Nationalpark einer der vier großen Nationalparks in Lettland. Der Park befindet sich etwas westlich vom Rigaischen Meerbusen und ist leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Schönheit des Nationalparks liegt insbesondere in der unberührten Natur und der weitläufigen Moorlandschaft, die man auf zahlreichen Wander- und Fahrradwegen erkunden kann.

Die Wege führen entlang der beiden größeren Seen, dem Slokas-See und dem Kaniera-See, die wichtige Brut- und Futterplätze für Zugvögel darstellen. An den Seen gibt es einige Aussichtsplattformen, von denen man wunderbar die Schönheit des Nationalparks betrachten kann.

Im Folgenden führe ich euch mit dem Fahrrad durch einen Teil des Nationalparks Kemeri, der mich vom ersten Augenblick an in seinen Bann gezogen hat. Umgeben von ursprünglicher Natur und unterschiedlichen Hoch- und Tiefmooren kann man hier im Gegensatz zum etwas lauteren Gauja Nationalpark in Ruhe die Landschaft genießen.

1.Etappe: Von Kemeri zum Slokas-See

Kemeri

Lettland Nationalpark Kemeri Bahnhof  Lettland Nationalpark Kemeri Slokas See

Von Riga aus fährt jede halbe Stunde ein Zug, der euch innerhalb von 2 Stunden nach Kemeri bringt. Direkt am Bahnhof könnt ihr euch für 12 Euro ein Fahrrad ausleihen. Ihr solltet unbedingt ein Mountainbike nehmen, da ihr streckenweise doch durch schweres Gelände fahren werdet. Kartenmaterial bekommt ihr vor Ort.

Die ersten Meter des Weges führen euch durch das kleine Örtchen Kemeri, das etwas verschlafen wirkt. Wie in Jurmala könnt ihr auch hier viele kleinere, reich verzierte Holzhäuser bestaunen, die leider meist leer stehen und langsam verfallen. Neben übertrieben bunten Kindergartenanlagen (tatsächlich wirkte der Kindergarten mit seinem hohen Zaun und seiner schwer nachvollziehbaren Sicherheitstechnik wie eine Festung) entdeckt man auch einige Perlen sowjetischer Architekturkunst.

Bevor ihr losfahrt, empfiehlt es sich, noch einmal am örtlichen Supermarkt anzuhalten und sich mit Wasser und Snacks einzudecken. Folgt ihr dem Fahrradweg Richtung Slokas-See werdet ihr an einem kleineren Tante Emma Lädchen und einem größeren Supermarkt vorbeikommen. Der Tante Emma Laden bietet einige warme Snacks wie Baguettes und Pizza an. Die Pizza ist etwas gewöhnungsbedürftig, da der Teig leicht süßlich schmeckt und eher an Brioche erinnert.

Zum Slokas-See

Lettland Nationalpark Kemeri Fahrradweg  Lettland Nationalpark Kemeri Slokas See Aussichtsplattform

Zunächst fahrt ihr auf einem gut asphaltierten Fahrradweg, der euch durch tiefe Kiefernwälder führt. Nach etwa 3 km erreicht ihr den Slokas-See. Auf einer etwa 4 m hohen Aussichtsplattform könnt ihr euren Blick über den schönen See schweifen lassen und Vögel beobachten.

Wundert euch nicht, wenn ihr den Geruch von verfaulten Eiern wahrnehmt. Es handelt sich hierbei um schwefelhaltige Mineralquellen, die abgesehen vom Gestank medizinische Wunder bewirken sollen. Im 19. Jahrhundert soll es große Mode gewesen sein, sich und seinen Körper darin zu heilen. Ich habe mich jedenfalls nicht getraut, darin zu baden. Es roch dann doch etwas unangenehm.

Lettland Kemeri Nationalpark Slokas See  Lettland Nationalpark Kemeri Slokas See Wasser

Von der Aussichtsplattform habt ihr nun mehrere Möglichkeiten den Park weiter zu erkunden. Eine Möglichkeit wäre, weiter südlich nach Kudra zu fahren (auf einem gut erschlossenen Wander- und Fahrradweg). Dies bietet sich an, wenn ihr nicht viel Zeit habt und vielleicht zu Fuß unterwegs seid. So gelangt ihr rasch wieder nach Kemeri. Solltet ihr mit dem Fahrrad unterwegs sein, könnt ihr nach Jaunkemeri an die Ostsee fahren. Dafür fahrt ihr zunächst etwa 2 km durch tiefe Moorlandschaften. Der Weg führt auf soliden Holzbohlen direkt auf den bereits bekannten Fahrradweg.

2.Etappe: Von Jaunkemeri (Jurmala) nach Lapmezciems

Da der Weg durch die tiefe Moorlandschaft bei 30 Grad doch etwas beschwerlich ist, lohnt sich ein Abstecher ans Meer. Wenn ihr dem asphaltierten Fahrradweg folgt, gelangt ihr auf direktem Weg nach Jaunkemeri. In Jaunkemeri könnt ihr euch dann in die hohen Wellen der Ostsee schmeißen und etwas im Meer planschen.

Fahrt dann einfach auf dem Fahrradweg weiter Richtung Westen weiter nach Lapmezciems und kehrt in eines der vielen, kleineren Bistros ein, die sich direkt am Straßenrand befinden. Hier könnt ihr neben landestypischen Fischgerichten leckere Suppen essen. Ich empfehle euch die Fischsoljanka. Ein wahrer Gaumenschmaus.

Lettland Nationalpark Kemeri Fischsuppe

Hinter Lapmezciems führt eine kleine Abzweigung an den Kaniera-See. Hier fahrt ihr auf ungemütlichen Schotterwegen durch unberührte Sumpflandschaft. Gerade im Sommer bei gut 32 Grad ist der Weg doch sehr beschwerlich, da es kaum Bäume am Wegesrand gibt, die Einen schützen könnten. Am Kaniera-See gibt es erneut eine Aussichtsplattform von der ihr den Blick über den See schweifen lassen könnt.

Lettland Nationalpark Kemeri Kaniera See  Lettland Nationalpark Kemeri See

3.Etappe: Durch die Grüne Düne zurück nach Kemeri

Der schönste Weg zurück nach Kemeri – ein wirklicher Geheimtipp – führt der mittelschwere Weg durch die Grüne Düne. Hier fahrt ihr auf weniger gut erschlossenen Wegen mit vielen Anstiegen durch die fruchtbare Moorlandschaft.

Die Grüne Düne im Nationalpark Kemeri hat mich nach wenigen Minuten total verzaubert. Man wird sofort in die verlassene und teilweise unerschlossene Natur hineingezogen. Es eröffnet sich eine andere Welt, die sich von der eben besuchten Ostseeküste komplett unterscheidet. Auf dem etwa 4 km langen, gut ausgeschilderten Weg fahrt ihr durch tiefe Pinienwälder, die mit teilweise abstrakten Holzformationen auf euch warten. Der Grünen Düne haftet etwas Märchenhaftes an, das ihr unbedingt selbst sehen und erleben solltet.

Lettland Nationalpark Kemeri Grüne Düne Fahrradweg  Lettland Nationalpark Kemeri Grüne Düne Wald

Einen Nachteil gibt es allerdings: Ihr fahrt durch naturbelassenes Moorgebiet, das heißt, es gibt Insekten, viele Insekten. Vor allem gibt es gemeine, schmerzhaft zubeißende Bremsen, die sich von unserem Insektenschutzmittel nur wenig beeindruckt zeigten. Dabei haben wir schon zu dem guten russischen Insektizid gegriffen. Versuche, gute Fotos zu schießen, schlugen leider fehl. Die kleinen, fiesen Tierchen versuchten wirklich hartnäckig, uns aus ihrem Revier zu verjagen. Und ja, die Bisse waren mitunter sehr schmerzhaft. Versucht also ein wirklich gutes Schutzmittel zu bekommen und nehmt euch gegebenenfalls lange Kleidung mit, die ihr euch schnell überwerfen könnt.

Habt ihr den Weg durch die Grüne Düne unbeschadet überstanden, sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Bahnhof Kemeri, von wo aus ihr zurück nach Riga gelangt. Die Züge fahren durchgehend bis 23 Uhr.

Mein Artikel zum Nationalpark Kemeri ist Teil der Blogparade von ousuca.com, wo ihr alles Wissenswertes über Outdoor, Survival und Camping erfahrt.

 

7 Kommentare

    • Michelle sagt

      Danke für das Kompliment. Lettland ist immer eine Reise wert. Viel Natur und sehr schöne Strände.

  1. Marion sagt

    Lettland ist auch noch auf meiner Liste. Ich bin, wenn wir Glück haben im Iglu Hotel. Stehen aber noch auf der Warteliste.

  2. Lettland ist einfach so schön. Toller Beitrag mit richtig schönen Bildern. Da bekommt man gleich Lust auch hinzureisen!
    LG Lisa

  3. Pingback: #ousuca Blogparade 2018: Dein coolstes Outdoor-Erlebnis 2018 (Beendet)

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