Kurische Nehrung
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Die Kurische Nehrung – Das Paradies in Litauen

Auf meiner Reise durch Litauen und Lettland hatte ich das Vergnügen einige Tage auf der Kurischen Nehrung verbringen zu können. Die wunderschöne, teilweise unberührte Natur und die langen, einsamen Sandstrände machen die Kurische Nehrung so paradiesisch.

Die Kurische Nehrung ist eine etwa 98 Kilometer lange Landzunge, die im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und heute ein Nationalpark ist. Der nördliche Teil gehört zu Litauen, wobei Nida die Grenzstadt bildet und der südliche Teil der Kurischen Nehrung gehört zur russischen Exklave Kaliningrad. Um nach Kaliningrad zu gelangen, benötigt ihr jedoch ein Visum.

Anreise

Wenn ihr die Kurische Nehrung nur für einen Tag besuchen wollt, empfiehlt es sich in Klaipeda, ehemals Memel, zu übernachten. Wir haben im Hotel Memel, unweit der Altstadt und des Hafens, übernachtet. Vom Hafen aus könnt ihr problemlos mit der Fähre auf die Kurische Nehrung fahren. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und kostet hin und zurück 1 Euro. Die Fähre fährt alle 30 Minuten ab. Wollt ihr die Kurische Nehrung mit dem Fahrrad erkunden, solltet ihr euch bereits in Klaipeda ein Fahrrad ausleihen. Leihstationen gibt es beispielsweise direkt am Hafen und ihr bezahlt 12-15 Euro pro Tag, inklusive Kartenmaterial.

Mit dem Fahrrad nach Juodkrante

  

Es gibt auf der Kurischen Nehrung einen sehr gut ausgebauten Fahrradweg, der von Smiltyne nach Nida, über Juodkrante, Pervalka und Preila führt. Wollt ihr nur einen Tagesausflug machen, könnt ihr durch wunderschöne Natur nach Juodkrante fahren. Der Fahrradweg führt teilweise durch tiefe Kiefernwälder und teilweise an der Ostseeküste entlang.

  

Von Smiltyne nach Juodkrante sind es ungefähr 20 Kilometer und je nach dem wie schnell ihr fahren wollt, seid ihr in ungefähr 2 Stunden da. Ihr solltet auf jeden Fall öfter Pausen einlegen und unbedingt die wunderschönen, langen und einsamen Sandstrände besuchen. Zugänge zu den einzelnen Strandabschnitten findet ihr ungefähr alle 10 Meter.

Die Graue Düne zwischen Pervalka und Juodkrante

  

Der circa 1,5 Kilometer lange Lehrpfad auf der Grauen Düne im Negelschen Naturreservat nähe Pervalka ist eins meiner Highlights auf der Kurischen Nehrung. Auf der Grauen oder auch Toten Düne gibt es viele Höhlen und Hügel, die durch starke Windverwehungen entstanden sind. Die Graue, bzw. Tote Düne ist die längste Düne Litauens und erzählt eine der traurigsten Geschichten der Kurischen Nehrung: Zwischen 1675 und 1854 wurden hier vier Dörfer vom Sand verschlungen.

Das Negelsche Naturreservat hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Graue Düne und vor allem seltene Pflanzen- und Tierarten zu schützen. Um die Arbeit der Naturschützer zu unterstützen, werdet ihr am Eingang 2 Euro entrichten müssen.

Die ersten Meter läuft man ganz gemütlich auf Holzbohlen, den restlichen Weg bis zu einem Aussichtspunkt muss man allerdings durch den Sand laufen, was gerade im Hochsommer sehr anstrengend werden kann. Daher nehmt unbedingt viel Wasser mit. Wenn ihr zur richtigen Jahreszeit kommt und Glück habt, könnt ihr sogar einige seltene Pflanzen und Tiere entdecken, die in den zahlreichen Höhlungen und Bergen ein Zuhause gefunden haben.

Litauen-Kurische Nehrung Graue Düne Aussichtsplattform  Litauen Kurische Nehrung Graue Düne Kurisches Haff

Am Ende des Lehrpfades erreicht ihr eine Aussichtsplattform, die die Sicht auf die Nehrung und das Kurische Haff freilegt. Ein wirklich wunderschöner Spot, um tolle Fotos zu schießen.

Nida

Litauen Kurische Nehrung Nida   Litauen Kurische Nehrung Nida Sonnenuntergang

Wenn ihr die Kurische Nehrung besucht, solltet ihr auf jeden Fall das kleine Fischerdörfchen Nida, ehemals Nidden, besuchen. Nida ist das letzte Örtchen vor der russischen Grenze. Am besten gelangt ihr nach Nida mit dem Auto oder mit dem Bus, der alle 30 Minuten von Smiltyne nach Nida fährt.

In Nida erwarten euch neben vielen kleineren Geschäften und Restaurants auch ein Bernsteinmuseum, das Thomas-Mann-Haus und die größte Düne Europas, die Parnidis-Düne. Auch die für die Kurische Nehrung typischen bunten Holzhäuser, ehemalige Fischerhäuser, könnt ihr überall bestaunen.

  

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Vergleich zur Größe des kleinen Örtchens ausreichend. Ihr solltet allerdings frühzeitig buchen, um eventuell eine Unterkunft direkt am Haff zu bekommen. Wenn ihr flexibel bleiben möchtet und spontan eure Unterkunft wechseln wollt, empfiehlt es sich, vor Ort nach Unterkünften zu suchen, da einige Anbieter online nicht buchbar sind. Wir hatten beispielsweise das Glück, eine wunderschöne Unterkunft auf einer Anhöhe mit Direktblick aufs Haff zu finden. Das Haus befindet sich direkt neben dem Thomas-Mann-Haus, so konnten auch wir den von Thomas Mann geliebten „Italienblick“ genießen. Die Vermieterin ist jedoch nur telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Also haltet ruhig die Augen offen und sucht euch vor Ort eine passende Unterkunft. Die Preise variieren in Nida sehr stark. Eine Nacht in einem Hostel ist beispielsweise schon ab 15 Euro zu finden, Luxushotels mit besonderer Ausstattung und beliebter Lage findet ihr bis 215 Euro pro Nacht.

Ausgehen in Nida

Litauen Kurische Nehrung geröstetes Brot

In Nida finden sich zahlreiche Restaurants und Cafes, die meist bis 22 oder 23 Uhr geöffnet sind. Neben typisch litauischen Speisen, wie kalter Borschtsch oder geröstetem Brot mit Käsesauce gibt es auch viele Lokalitäten die italienisches oder amerikanisches Essen anbieten. Auch für Nachtschwärmer hält das kleine Örtchen eine passende Bar bereit, die sich direkt am Hafen im Zentrum von Nida befindet. Da die meisten Restaurants gegen 23 Uhr schließen, bekommt man in der kleinen Bar auch noch nach 23 Uhr alkoholische Getränke und sogar kleinere Snacks.

Beachtet unbedingt, dass ihr im Supermarkt nur bis 20 Uhr alkoholische Getränke erwerben könnt. Nach 20 Uhr wird der Bereich mit den alkoholischen Getränken abgesperrt und die KassiererInnen können kein Bier oder Wein mehr einscannen.

Die Parnidis-Düne

Litaeun Kurische Nehrung Nida Parnidis Düne  

Die Parnidis-Düne trägt viele Namen: Sie wird entweder als Große oder auch als Hohe Düne bezeichnet. Mit ihrer Höhe von circa 50 Metern ist sie eine der größten Wanderdünen Europas. Trotz großer Bemühungen aufseiten der Naturschützer verliert die Düne jährlich an Höhe. So verlor sie allein zwischen 1984 und 2004 an etwa 15 Metern Höhe.

Die Parnidis-Düne liegt am Ortsausgang von Nida und bildet zugleich das Grenzgebiet zwischen Litauen und Kaliningrad. Auf einer schmalen Holztreppe gelangt man auf die Düne, auf der man dann auf kleineren Pfaden die Düne erkunden kann. Die Parnidis-Düne kann man allerdings nur auf den gekennzeichneten Wegen begehen, das unerlaubte Begehen führt zu einer Ermahnung durch die „Dünenranger“. Das unerlaubte Beklettern der Düne wird sogar mit einer Geldstrafe geahndet.

Von den zahlreichen Aussichtspunkten auf der Parnidis-Düne erstreckt sich auf der östlichen Seite das Kurische Haff, auf der westlichen die gewaltige Ostsee und im Süden kann man auf Kaliningrad blicken.

14 Kommentare

  1. mit Reisezielen am Meer kann man mich ja immer kriegen! ich bin einfach ein totaler Strand- und Meer-Fan 🙂
    von der kurischen Nehrung hat mir meine Mama auch schon viel berichtet – muss wirklich ein toller Ort sein!

    schöne Reiseinspiration!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Michelle sagt

      Es ist wirklich ein toller Ort. Lange, weiße Sandstrände und tolle Sonnenuntergänge.

  2. Schon einiges drüber gelesen noch nicht dagewesen, aber steht auf der Wunschliste. Danke für deinen informativen Bericht und die schönen Bilder.

    LG aus Norwegen
    Ina

  3. Marion sagt

    Die Landschaft erinnert mich jäher an die Ostsee und die Inseln. Schöne Bilder sind das!!

  4. Da hast du mich jetzt erwischt. Genau solche naturbelassenen Sandstrände mit Schilf und am besten noch ohne andere Menschen liebe ich ja! Könnte sofort meine Koffer packen und dorthin fahren.

    Sprinzenminzige Grüße, Iris

    • Michelle sagt

      🙂 Wenn du einsame Sandstrände mit tollen Sonnenuntergängen suchst, bist du auf der Kurischen Nehrung genau richtig.
      Liebe Grüße

  5. Ich bin ja ein absoluter Meer-Fan und würde am Liebsten irgendwo am Strand leben 😀 Litauen stand bisher noch nicht wirklich auf meiner Reiseliste, aber das ändert sich jetzt nach deinem Beitrag. Das sieht nach einem ganz tollen Ort aus. Wunderschöne Impressionen und eine absolute Inspiration für die nächste Reise 😉

    Lieben Gruß,
    ❤ Alice von alicechristina.com
    Alice Christina  auf Instagram

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