Lettland, Nationalpark
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Der Gauja Nationalpark

Gauja Nationalpark Aussicht

An unserem 3. Tag in Riga ging es in den Gauja Nationalpark. Der Gauja Nationalpark ist der größte und wohl meistbesuchte Nationalpark in Lettland. Wünscht ihr euch mehr Abgeschiedenheit und Einsamkeit solltet ihr unbedingt in den Nationalpark Kemeri fahren.

Mit dem Zug nach Sigulda

In den Nationalpark gelangt man am besten mit dem Zug, der regelmäßig vom Hauptbahnhof in Riga nach Sigulda fährt. In einer etwa einstündigen Zugfahrt fährt man meist durch dichte Kiefernwälder und entdeckt hin und wieder kleinere Gehöfte und Dörfer. Die Architektur im Osten Lettlands unterscheidet sich sehr stark von der im Westen. Bestaunt man in Jurmala bunte Holzvillen und futuristisch anmutende Gebäude, so sieht man im Osten eher kleinere Häuser aus Stein.

Sigulda

In Sigulda angekommen müssen wir uns erst einmal den Weg durch den Touristenstrom schlagen. Die Menge drängt zunächst in das Touristeninformationszentrum, das direkt in der Bahnhofshalle zu finden ist. Ich eile natürlich hinterher, um eine kostenlose Umgebungskarte zu ergattern. Geschafft!! Ich konnte mich gegen zwei Rentnerreisegruppen durchsetzen und zeige meinem Begleiter stolz die Karte.

Mit der Seilbahn in den Gauja Nationalpark

Gauja Nationalpark Seilbahn  Gauja Nationalpark Aussicht Seilbahn

Zunächst geht es zur einzigen Seilbahn Lettlands, um von dort auf die andere Seite in den Nationalpark zu fahren. Auf dem Platz vor der Schwebebahn tümmeln sich bereits mehrere Menschen, die nicht recht wissen, ob sie erst mit dem Riesenrad oder mit dem Bob fahren, oder doch lieber direkt in den Nationalpark übersetzen sollen. Wir entscheiden uns jedoch direkt mit der Seilbahn zu fahren.

Die Seilbahn fährt alle 30 Minuten und eine einfache Fahr kostet 6Euro. Wer auf Abenteuer steht, kann sich auch direkt auf die Seilbahn binden lassen und (fast) frei über die Schlucht des Gauja Flusses gleiten. Für mein empfindliches Gemüt doch etwas zu abenteuerlich. Mein Begleiter enthält sich jedem Kommentar.

Die Ruinen von Krimulda

Gauja Nationalpark Krimul  Gauja Nationalpark Unterstand

Endlich geht es los und nach 2 Minuten ist man auch schon auf der anderen Seite. Schnurstracks geht es zu den Burgruinen von Krimulda. Leider gibt es nur noch ein paar Überreste in Form von  ein paar Steinen, die jedoch keine Ähnlichkeit mehr mit einer mittelalterlichen Burg haben.

Die Gutmann´s Höhle

Gauja Nationalpark Gutmanns Höhle  Gauja Nationalpark Gutmanns Höhle Kritzeleien

Da wir nur einen Tagesausflug in den Gauja Nationalpark geplant haben, entscheiden wir uns für einen kurzen Rundweg und erkunden die zahlreichen Höhlen. Zuerst geht es zur größten Höhle, die Gutmann´s Höhle. Die Idee hatten wohl gefühlte 1000 andere Besucher auch. Nun gut, die vielen Reiseberichte haben mir eine beeindruckende Höhle versprochen, also kämpfe ich mich erneut durch die Menschenmenge.

Wir wandern sehr gemütlich durch eine parkähnliche Anlage, die sehr gepflegt aussieht. Für meinen Geschmack etwas zu künstlich aufgehübscht, aber es warten ja immer noch die spektakulären Höhlen auf mich. Nur noch wenige Meter und wir erreichen die berüchtigte Gutmann´s Höhle. In freudiger Erwartung zücke ich meine Kamera und steuere direkt auf die Höhle zu, schubse ein, zwei Rentner in Safarihosen beiseite und da ist sie! Nun ja, es ist eine Aushöhlung in einer Felswand mit merkwürdigen Kritzeleien. Was habe ich auch erwartet? Leicht enttäuscht stapfe ich zum Imbissstand, der sich gleich neben der Höhle befindet und tröste mich mit einer lettischen Pizza.

Auf schmalen Treppen in die Natur

Gauja Nationalpark Treppen  Gauja Nationalpark Natur

Wir lassen die feudalen Herrenhäuser und die überpflegten Parkanlagen hinter uns und dringen etwas tiefer in den Gauja Nationalpark ein. Auf schmalen, viel zu schmalen, Holztreppen geht es meist steil nach oben. Auch hier muss ich mir eingestehen, dass meine Kondition doch nicht so gut ist. Nach Luft japsend folge ich meinem Begleiter, dem das Treppensteigen anscheinend keine Mühen bereitet. Flink wie ein Reh nimmt er eine Stufe nach der anderen.

Turaida

Gauja Nationalpark Turaida Park  Gauja Nationalpark Turaida Park Statur

Nach gefühlt 100 steilen Aufstiegen auf viel zu schmalen Treppen erreichen wir Turaida´s prächtige Gartenanlage, die mich an den Park Sanssouci erinnert. Auch hier finden sich aufgehübschte Gartenhäuschen neben mit Kalkül arrangierte Blumenbeete. Wir kehren in einem kleinen Café ein und genehmigen uns ein Stück selbstgemachten Kuchen. Das Café befindet sich direkt neben dem Eingang der riesengroßen Parkanlage und wir beobachten die ankommenden Reisebusse, die im Sekundentakt Scharen von Menschen ausspucken. Mir wird das zu viel und so fliehen wir Richtung Sigulda.

Zurück nach Sigulda

Gauja Nationalpark Weg  Gauja Nationalpark Fluss Gauja

Der Weg zurück zum Bahnhof ist etwas ruhiger und führt uns durch einsamere Waldlandschaften und über weite Felder. Endlich ein Hauch von Naturerleben ohne ständig auf Touristen zu treffen.

Allmählich verdunkelt sich der Himmel und schwarze Gewitterwolken ziehen auf. Mit meinem optimistischen Naturell versuche ich meinen Begleiter zu beruhigen und versichere ihm, dass wir Sigulda in Bälde und trocken erreichen werden. Völlig unbeeindruckt von dem Gedonnere am Himmel wandere ich weiter durch die immer dunkler werdenden Kiefernwälder.

Nach weiteren 100 Metern ermahnt mich mein Begleiter, uns doch einen Unterstand zu suchen. Es regnet wie verrückt! Gottseidank finden wir einen kleinen Unterstand in Form einer übelriechenden Plumpstoilette, unter deren Dach sich auch schon drei andere Wanderer befinden. Andächtig und in Gedanken versunken lausche ich dem Regen und lasse den Tag Revue passieren. Mein Begleiter unterhält sich indes angeregt mit zwei Abenteurern, die sich noch durch die Wildnis des Nationalparks schlagen wollen.

Gauja Nationalpark-Sigulda  Gauja Nationalpark Sigulda Park

Nach circa 10 Minuten lässt der Regen etwas nach und wir ziehen weiter. Wir überqueren die Brücke über der Gauja und gelangen nach einem letzten Treppenaufstieg zurück nach Sigulda. Diesmal geht es mit dem Bus zurück nach Riga.

Mein Fazit

  • zu viele Besucher
  • es lohnt sich eine Kajak-Fahrt zu machen, um mehr von der Unberührtheit des Parks zu sehen
  • gut erschlossene Wanderwege
  • viele Einkehrmöglichkeiten
  • gute Infrastruktur

 

9 Kommentare

  1. Wow das sind traumhafte Bilder. Riga wäre für mich auch mal ein Ausflug wert, denn dort kann ma so viele schöne Sachen ansehen.

    Liebe Grüße
    Melanie

    • Michelle sagt

      Danke für das Kompliment! Und Riga lohnt sich auf jeden Fall. Die Altstadt ist sehr schön
      LG

  2. Lisa sagt

    Wow. Das sieht ja mega schön dort aus. Nach Riga wollte ich auch immer mal, aber hat sich leider noch nie ergeben.
    LG Lisa

    • Michelle sagt

      Ja, die Nationalparks in Lettland sind wirklich sehr schön und naturbelassen. Riga hat mir auch sehr gut gefallen. Sehr schöne Altstadt und tolles Essen.

  3. Sieht auf jeden Fall sehr schön dort aus. Ich bin ja sehr gerne in der Natur und da wäre der Nationalpark bestimmt etwas für mich 😉

  4. Bis eben habe ich irgendwie noch nie daran gedacht in Lettland Urlaub zu machen, aber die Bilder gefallen mir sehr gut. Vielleicht sollte ich mich da mal mehr informieren, danke 🙂

    Liebe Grüße
    Fio

  5. Lettland stand bisher nicht auf meinem Plan. Ich konnte mir irgendwie nicht viel dazu vorstellen. Aber dein Beitrag zeigt, dass ich das mal überdenken sollte. Wobei die Seilbahn mir Probleme machen würde. Ich habe so Höhenangst.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com/

  6. Wow, das sieht nach einem tollen ausflug und nach einem richtigen Abenteuer aus! Auch deine Bilder machen richtig Lust auf einen Besuch.
    Ich war leider noch nie in Riga, sollte unbedingt auf meine Bücket List :))

    Viele Grüße
    Isa von  lustloszugehen

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